Paris sperrt alte Autos aus

Die französische Hauptstadt macht Ernst: Nach Lkw dürfen ab kommenden Juli auch alte Pkw nicht mehr in der Stadt fahren.

Um die Feinstaubbelastung in der Stadt zu reduzieren, will Paris den Auto-Verkehr um die Hälfte reduzieren. Bislang wurden einzelne Straßen gesperrt und autofreie Tage installiert. Jetzt werden die Regeln noch verschärft: Ab Anfang Juli 2016 dürfen Autos, die vor 1997 zugelassen wurden, nicht mehr in die Pariser Innenstadt fahren. Zweiräder dürfen nur noch fahren, wenn sie nach 2000 in Betrieb genommen wurden. Das Fahrverbot gilt werktags von 8 bis 20 Uhr, am Wochenende dürfen alle Autos in die Seine-Metropole. Laut der französischen Zeitung „Le Monde“ sind rund zehn Prozent aller in Paris angemeldeten Autos betroffen. Kritiker meinen, dass vor allem die ärmere Bevölkerungsschichten vom Verbot betroffen sind, da diese sich keine neuen Autos leisten könnten.

Saftige Bußelder

Ab 2020 wird das Verbot auf Autos ausgedehnt, die nach 2011 zugelassen wurden. Wer in einem zu alten Auto erwischt wird, muss ab Anfang 2017 mit einer Strafe zwischen 78 und 450 Euro rechnen, wobei letztere Summe für Wiederholungsfälle gilt.

Bereits schon länger in Kraft ist das Fahrverbot für Busse und Lkw mit einer Erstzulassung vor dem 1. Oktober 2001.

Auch Touristen im Visier

Zeitgleich mit dem Fahrverbot führt Frankreich auch eine Umweltplakette ein. Je nachdem, wie viel die Fahrzeuge emittieren, werden sie in sechs Klassen eingeteilt, denen verschiedenfarbige Plaketten zugeordnet sind. Die Aufkleber gibt es in den ersten sechs Monaten kostenlos, danach kosten sie fünf Euro Gebühr. Fahrzeuge mit einer Erstzulassung vor 1997 erhalten keine Plakette. Die Klasse 1 ist für E-Mobile reserviert.

Nach Informationen des ADAC trifft die Regelung auch auf ausländische Fahrzeuge zu. Allerdings sollen Verstöße erst ab dem 1. Oktober geahndet 2016 werden. Weitere Details zu den Regelungen stehen noch aus.