Faire Preise

Die Stadtwerke Döbeln versuchen mit einer klugen Einkaufspolitik den Strom für ihre Kunden so günstig wie möglich zu halten.

Seit 2000 hat sich der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte in Deutschland mehr als verdoppelt. 2019 lag er für einen Dreipersonenhaushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 3500 Kilowattstunden (kWh) im Durchschnitt bei 30,43 Cent/kWh, in Döbeln für Stadtwerke-Kunden durchschnittlich bei 28,60 Cent/kWh. Allerdings haben die Energieversorger auf den Preis weniger Einfluss, als viele denken: Mehr als die Hälfte der Stromkosten, die Privathaushalte an ihren Energieversorger zahlen, machen Steuern, Abgaben und Umlagen aus.

52,5 Prozent gehen an den Staat

Allein die sogenannte EEG-Umlage, mit der Haushalte und Unternehmen den Bau von Windrädern oder Solaranlagen über ihre Stromrechnung unterstützen, betrug 2019 mit durchschnittlich 21 Prozent gut ein Fünftel des Strompreises. 2020 ist sie im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: von 6,405 auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde. Hinzu kommen weitere staatlich veranlasste Preisbestandteile wie die Umsatzsteuer (16 Prozent des Strompreises), die Stromsteuer (6,7 Prozent), die Konzessionsabgabe (5,5 Prozent) und sonstige Umlagen (3,3 Prozent). Macht unterm Strich satte 52,5 Prozent Staatsanteil am Strompreis. Ein weiteres Viertel des Strompreises entfällt auf die Netzentgelte, die die Energieversorger an die Netzbetreiber zahlen müssen, um den Strom durch deren Versorgungsnetz zu leiten. Die Gebühr deckt die Kosten für Transport, Messung und Abrechnung sowie Bau, Betrieb und Instandhaltung der Stromnetze ab. Allein die Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber steigen 2020 je nach Netzgebiet um bis zu 15 Prozent. Die Übertragungsnetzbetreiber begründen den Anstieg unter anderem mit hohen Investitionen in den Netzausbau und der Vorhaltung von Reserveleistung, zu der sie gesetzlich verpflichtet sind.

Mit Weitblick einkaufen

Beeinflussen können die Stadtwerke Döbeln nur die Kosten für die Beschaffung und den Vertrieb, die etwa ein Fünftel des Strompreises ausmachen. Und auch hier sind ihnen oft enge Grenzen gesetzt. So haben sich die Preise an der Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX) in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt. Brexit, Handelsstreitigkeiten und die geopolitische Lage in den ölfördernden Staaten verunsichern Rohstoffhändler weltweit und beeinflussen deren Preispolitik. Trotz der steigenden Preise an den Beschaffungsmärkten versuchen die Stadtwerke Döbeln den Strompreis so günstig wie möglich zu halten. Etwa durch eine kluge Einkaufspolitik: Den Großteil der prognostizierten Strommengen für ihre Kunden kaufen die Stadtwerke lange im Voraus ein. „Dadurch gewährleisten wir, dass die notwendige Menge sicher verfügbar ist und reduzieren das Risiko starker Preisaufschläge“, sagt Geschäftsführer Gunnar Fehnle von den Stadtwerken Döbeln. „Faire Preise und eine sichere Versorgung stehen für uns an erster Stelle.“

Strompreise der Stadtwerke Döbeln

Trotz hoher staatlicher Abgaben und steigender Beschaffungskosten haben die Stadtwerke Döbeln den Strompreis 2020 nur moderat um 1,37 Cent pro Kilowattstunde erhöht. So setzt sich der Strompreis der Stadtwerke Döbeln 2020 zusammen: 54,9 Prozent staatliche Umlagen/Steuern, 28 Prozent Netzentgelte, 17,1 Prozent Strombeschaffung und Vertrieb. Weitere Infos unter: www.stadtwerke-doebeln.de